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Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an volljährige Personen, die bereits konsumieren. Wir bewerben keinen Erst- oder Neukonsum.

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Du machst dir Sorgen um jemanden

Jemandem helfen

Wenn jemand, der dir wichtig ist, konsumiert, willst du helfen – und hast Angst, es falsch zu machen. Diese Seite nimmt dir die Panik und gibt dir Werkzeug in die Hand.

Von Kontrolle zu Verbindung.

Der stärkste Schutz für einen Menschen ist nicht Druck, Überwachung oder ein Ultimatum – sondern eine Beziehung, die hält. Verbindung rettet Leben. Isolation kostet sie.

Wer bist du für diese Person?

Als Partner·in

Du liebst diesen Menschen – und trägst zugleich das Leben mit ihm. Beides darf zählen.

Was oft belastet
  • Die Grenze zwischen Unterstützen und Ermöglichen (Enabling)
  • Geld, Vertrauen, gemeinsame Zukunft
  • Sicherheit – deine und die von Kindern im Haushalt
  • Das Tabu: „Wann darf ich an mich denken?"
Was hilft
  • Unterstützen heißt: den Menschen halten, nicht den Konsum finanzieren.
  • Klare Grenzen sind kein Liebesentzug – sie schützen euch beide.
  • Wenn Kinder betroffen sind, hat ihre Sicherheit Vorrang.
  • Hol dir eigene Beratung. Du bist nicht das Sicherheitsnetz allein.

Als Elternteil

Die Frage „Wo habe ich versagt?" ist verständlich – und der falsche Ausgangspunkt. Sucht ist keine Erziehungsnote.

Was oft belastet
  • Schuld und die Angst, etwas „übersehen" zu haben
  • Der Impuls, alles kontrollieren zu wollen
  • Die Hoffnung auf sofortige Abstinenz
  • Zwischen den Eltern: unterschiedliche Linien
Was hilft
  • Leg die Schuldfrage ab – sie hilft niemandem, am wenigsten deinem Kind.
  • Weniger kontrollieren, mehr erreichbar bleiben.
  • Der realistische erste Schritt ist oft Sicherheit, nicht sofortiger Stopp.
  • Zieht als Eltern an einem Strang – aber ohne Front gegen das Kind.

Als Freund·in oder Geschwister

Oft weißt du es als Erste·r. Und oft bist du dabei, wenn konsumiert wird – das macht dich zur wichtigsten Person im Ernstfall.

Was oft belastet
  • Das Vertrauens-Dilemma: „Sag ich's den Eltern?"
  • Angst, die Freundschaft zu verlieren
  • Nicht wissen, ab wann es „ernst" ist
Was hilft
  • Du musst nicht zwischen „petzen" und „wegsehen" wählen – reden ist der dritte Weg.
  • Weil du dabei bist: Notfallzeichen kennen kann Leben retten.
  • Vertraulichkeit endet, wo Lebensgefahr beginnt.

Als Kolleg·in

„Ist das mein Bereich?" Menschlichkeit braucht keine Zuständigkeit. Du musst nichts diagnostizieren – nur nicht wegsehen.

Was oft belastet
  • Angst, zu „petzen" oder Grenzen zu überschreiten
  • Unsicherheit bei subtilen Anzeichen
  • Sicherheitsrelevante Tätigkeiten
Was hilft
  • Sprich als Mensch, nicht als Kontrolleur: „Mir ist aufgefallen … geht's dir gut?"
  • Sorge äußern ist kein Verrat.
  • Bei akuter Gefahr für andere: an die zuständige Stelle wenden.

Als Führungskraft

Hier treffen Fürsorge und Verantwortung aufeinander. Deine Rolle ist nicht Diagnose – sondern beobachtbares Verhalten ansprechen und richtig verweisen.

Was oft belastet
  • Fürsorgepflicht vs. Persönlichkeitsrecht
  • Rechtliche und HR-Dimension, Haftung
  • Leistungsthema vs. Gesundheitsthema
Was hilft
  • Sprich Fakten an (beobachtbares Verhalten), nicht Vermutungen.
  • Dokumentieren, vertraulich bleiben, an betriebliche Suchthilfe / BEM verweisen.
  • Mitgefühl und Verantwortung schließen sich nicht aus.

Hinweis: Arbeitsrechtliche Schritte gehören in Abstimmung mit HR und ggf. Betriebsrat – dies ersetzt keine rechtliche Beratung.

Erst die Angst ablegen

Panik entsteht aus Mythen. Diese hier halten sich hartnäckig – und richten Schaden an.

„Konsum heißt Sucht."

Konsum ist ein Spektrum – von experimentell bis abhängig. Wer vorschnell abstempelt, riskiert den Vertrauensbruch, der spätere Hilfe verbaut.

„Er/sie muss erst ganz unten ankommen."

Der „Boden" ist bei Substanzen oft der Tod. Frühe, verbindungsorientierte Hilfe wirkt besser als Warten auf die Katastrophe.

„Harte Kante und Ultimaten wirken."

Beziehungsabbruch entfernt genau das Sicherheitsnetz, das Menschen ansprechbar und am Leben hält.

„Wenn ich es anspreche, ermutige ich es."

Reden erhöht den Konsum nicht. Schweigen erhöht die Isolation.

„Das ist Willensschwäche."

Sucht ist kein Charakterfehler. Die Entmoralisierung befreit dich von Scham – und macht dich erst fähig, ruhig zu handeln.

„Ein Rückfall – alles umsonst."

Rückfälle sind oft Teil des Genesungswegs, kein Versagen.

Wie spreche ich es an?

Der Rahmen entscheidet mehr als die Worte. Ein nüchterner, ruhiger Moment – nicht die Konfrontation im Rausch.

Tu das

  • Ruhigen, nüchternen Moment wählen – nie im Rausch, nie im Streit.
  • Ich-Botschaften: „Ich mache mir Sorgen", statt „Du bist …".
  • Konkret beim beobachtbaren Verhalten bleiben.
  • Zuhören, ohne sofort zu lösen. Fragen statt urteilen.
  • Deine Tür offen lassen: „Ich bin da, wenn du reden willst."

Lass das

  • Vorwürfe, Moralpredigten, Etiketten wie „Junkie" oder „süchtig".
  • Ultimaten und Drohungen in der Hitze des Moments.
  • Durchsuchen, kontrollieren, überwachen.
  • Für die Person entscheiden, was „richtig" ist.
  • Erwarten, dass ein Gespräch alles löst. Es ist ein Anfang.

Sicherheit, die du anstoßen kannst

Solange konsumiert wird, zählt Überleben zuerst. Diese Punkte kannst du ansprechen – ohne etwas gutzuheißen.

Nie allein

Allein konsumieren ist das größte Risiko – niemand kann im Notfall reagieren.

Mischkonsum meiden

Besonders die Kombination mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln (Benzos) ist gefährlich.

Naloxon kennen

Bei Opioiden kann Naloxon eine Überdosis unterbrechen. Es gibt Vergabe­programme.

Notfallzeichen erkennen

Bewusstlosigkeit, flache Atmung, blaue Lippen: sofort handeln.

Notfallzeichen & Erste Hilfe – vollständige Anleitung

Grenzen & Selbstfürsorge

Du kannst nicht aus einem leeren Gefäß schöpfen.

Angehörige tragen oft eine enorme Last – und vergessen sich selbst. Grenzen zu setzen ist kein Egoismus, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt helfen zu können. Du bist nicht verantwortlich für die Entscheidungen eines anderen Menschen. Du bist verantwortlich dafür, dass es auch dir nicht kaputtgeht.

Es gibt Beratung und Selbsthilfegruppen ausdrücklich für Angehörige – anonym und kostenlos. Diese Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke.

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Im Notfall oder bei Verdacht auf Überdosis: sofort 112 anrufen. Zögere nicht – es kann Leben retten.